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Grundlagen der Sikh Religion


IK OANKAR – Es gibt nur einen universellen Schöpfergott

Der erste Vers im Siri Guru Granth Sahib (SGGS) handelt von dem ewigen Schöpfergott. Das Mool Mantra beschreibt die Eigenschaften, die Grossartigkeit, die Schönheit und Allmacht Gottes. Ganz am Anfang steht die Zahl Eins IK. Sie symbolisiert, dass alles aus einer Quelle stammt und miteinander verbunden ist. Es folgt der erste Buchstabe des Gurmukhi urra.

Zusammen mit der Eins steht er für die Einheit - Ik Oankar: ੴ
Die Unendlichkeit wird durch die Öffnung und den lang gezogenen Bogen auf dem urra ausgedrückt. Im regulären Alphabet ist der erste Buchstabe oben geschlossen.

Die weitere Beschreibung offenbart die Herrlichkeit des Schöpfers. Dabei wird deutlich, dass der Schöpfer alles in seinen Schöpfungen kreiert, erhält, zerstört und in sich vereint. Durch die Gnade seiner Liebe, kann der Mensch seine seelische Herkunft erkennen, die ihren Ursprung, ihr ewiges Zuhause in der kosmischen All Seele des Schöpfers hat.


Sri Harmandir Sahib

Grundlagen, Anweisungen und Methoden der Sikh Gurus für Ihre Sikhs:

  • Aufrichtig und engagiert seinen Lebensunterhalt verdienen (Kirat Karo).
  • Rezitation und Meditation auf die Existenz und Realität Gottes (Naam) mit dem "Gur Mantar Waheguru" (Naam Japo/Naam)
  • Teilen mit den weniger Begünstigten in unserer Gesellschaft (Wand Chakko).
  • Selbslos und ehrenamtlich der eigenen Gemeinde und der globalen Gesellschaft dienen, ohne jegliche Gegenleistung dafür zu erwarten (Nishkam Seva).
  • Ein Sikh sollte ein Zehntel seines Einkommens für wohltätige Zwecke spenden (Daswandh).
  • Das gemeinschaftliche freie Essen "Guru ka Langar" in den Gurudwaras weltweit, steht allen Menschen offen, unabhängig von Herkunft, sozialen Status, Geschlecht und Religionszugehörigkeit.
  • Das Singen und musizieren der Heiligen Hymnen und Verse zur Lobpreisung Gottes (Shabad Kirtan).
  • Nitnem Paper
  • Ausübung der täglichen Sikh Gebete = Nitnem Banis
    Für getaufte Sikhs gelten seit 1699, die 5 Morgengebete (Panj Bania):
    Sri Japji Sahib, Sri Jaap Sahib, Sri Tav Prasad Swayye, Sri Chaupai Sahib, Sri Anand Sahib (alle 40 Verse), sowie das Abendgebet Rehras Sahib und das Nachtgebet Kirtan Sohila. Eine Meditation mit dem "Mool Mantar" und eine Meditation auf Naam mit dem "Gur Mantar Waheguru".
  • Für ungetaufte Sikhs wird laut Sikh Rehat Maryada ein Richtmass von 3 Morgengebeten, Waheguru Naam Meditation und das Abend- und Nachtgebet empfohlen.
  • Ein Sikh soll sich für Wahrheit, Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit, Frieden, Gleichstellung, Selbstbestimmung und Religionsfreiheit aller einsetzen.
  • Der Siri Guru Granth Sahib offenbart das Wort Gottes/Gurus in Form der GURBANI und stellt die Verkörperung der zehn Sikh Gurus dar. Das göttliche Licht des Schöpfers, hat sich in zehn Formen der Sikh Gurus auf Erden manifestiert - One Jot in Ten Forms.
  • Der Siri Guru Granth Sahib ist das ewig-existierende Licht Gottes/Gurus: JAAGDI JOT. Gurbani, ist die ewig-existierende transzendentale Wahrheit. Der Siri Guru Granth Sahib, der EWIGE GURU, stellt die höchste spirituelle, religiöse Autorität der Sikhs dar.
  • Die Sikhs sind dazu angeleitet, den Lehren, Schriften und Anweisungen der Sikh Gurus zu folgen.
  • Ein Sikh sollte die Sikh Schriften lesen, sie studieren und darüber kontemplieren, um innere Selbst-Erkenntnis zu erlangen, um sich mit dem allmächtigen Schöpfer (Waheguru), seinem Wort der Gurbani und den Sikh Gurus, die eine Entität bilden, zu verbinden. Diesen Segen kann der Sikh im eigenen Bewusstsein erfahren.
  • Die Bani seines Wortes ging direkt von Gott aus. Bani beseitigt alle Ängste und Sorgen.
    (SGGS, Ang 628)
    Als Sri Guru Nanak Dev Ji Bani offenbarte, Bani aussprach, breitete sich das göttliche Licht aus und die Dunkelheit wurde zerstreut.
    (Bhai Gurdas, Vaar 1)
    Gurbani ist das Licht, um diese Welt zu erleuchten, durch Seine Gnade, kommt es dazu, dass die Gurbani im Geist verweilt.
    (SGGS, Ang 67)
    Das Wort, Bani ist Guru und Guru ist Bani. In Bani ist der gesamte ambrosiale Nektar enthalten. Wenn der gläubige, demütige Diener dem Wort Gurus, der Bani folgt, danach lebt und handelt, emanizpiert der Guru in Person, diesen gläubigen Diener.
    (SGGS, Ang 982)
    Das Lesen und Hören von Gurbani hat den Segen und die Belohnung vieler Zeitalter.
    (SGGS, Ang 546)
    Der Guru ist das Boot und der Guru ist der Bootsmann. Ohne den Guru kann niemand über den Weltozean der Maya gelangen.
    (SGGS, Ang 1401)
  • Die Lebensgeschichten (Jivan Sakhis) der Sikh Gurus und bedeutenden Gursikhs zu lesen, ihnen zu zuhören, als auch an religiösen Diskursen (Katha) und Smagams aktiv teilzunehmen, stärkt das Vertrauen und den Glauben in Guru und Gott und verbindet zugleich den Sikh mit den Reinen Seelen der Sikh Geschichte. Der Sikh kann dabei ein Verständnis für die eigene Sikh Identität, Glauben und Geschichte entwickeln. Das Wissen über die originalen Grundlagen der Sikh Religion zu erlangen, bedeutet im Einklang mit der Lehre Satguru Nanak Dev´s, den Sikh Gurus und im Willen Gottes (Hukam) als Sikh zu leben.

Was ist die Grundlage eines tugendhaften Lebens in der Sikhi?

NAAM

Waheguru Naam

Im Siri Guru Granth Sahib wird die Wichtigkeit betont, sich die Eigenschaften und Qualitäten des Schöpfers stets zu vergegenwärtigen und diese schrittweise im eigenen Bewusstsein aufzunehmen, sie zu entwickeln, um ein tugendhaftes, auf Gott ausgerichtetes Leben zu führen.

Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus lehrten Grundlagen und Methoden, wie die Individual Seele sich mit Gott, Akaal Purakh/Waheguru verbinden und vereinigen kann.

Durch das Verbinden mit NAAM, der göttlichen Existenz und Realität Gottes, dem Urspung allen Seins - in Form von Rezitation und Meditation auf WAHEGURU NAAM sowie dem Lesen, Rezitieren, Beten und Singen von GURBANI, und NISKAM SEVA (selbstlosem Dienst), gewinnen Sikhs die Einsicht, sich zu wahrhaft, schöpferischen, furchtlosen, feindlosen und gnadenvollen Wesen zu entwickeln.

Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus beschreiben im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Gebeten, dass Der Eine Name Gottes (Waheguru) das Gefährt ist, um sich mit dem allmächtigen Schöpfergott zu verbinden. Satguru Nanak Dev betont, dass Waheguru (Gott) der einzig wahre, zuverlässige und ewige Freund für den Menschen sei.

Wenn die Zeit gekommen ist, diese Welt, das Körperkleid zu verlassen, kann der Mensch nichts mitnehmen, kein Haus, kein Reichtum, kein Ansehen, keine Familie. Was aber die Individual Seele in ihr neues Leben mitnimmt, sind die angesammelten Taten (Karma) und die angesammelte Liebe für Gott. Das Praktizieren von Waheguru Naam.

Satguru Nanak Dev lehrt: Der Sikh, der auf Naam, den Namen des Herrn meditiert, Gott liebt, ihm vertraut und dient, wird in der Transmigration den Segen und die Unterstützung von Waheguru - dem allmächtigen Schöpfergott erhalten.

Die Sikh Gurus betonen daher immer wieder, dass die einzige Unterstützung und alle Tugenden und Qualtiäten aus NAAM , der göttlichen Realität und dem Namen Gottes (Gur Mantar Waheguru) kommen. Diese wertvolle menschliche Geburt, sollte dazu genutzt werden, den Weg bereits zu Lebzeiten Hand in Hand mit Gott zu gehen. Die kosmische Klangschwingung NAAD durchströmt das gesamte Universum und alle Schöpfungen, manifest und unmanifest. NAAM und die GURBANI sind von diesem kosmischen Klangstrom durchtränkt.

Um den Konflikt der vier Zeitalter zu lösen, wurde den Männern und Frauen der eine Schatz/Kostbarkeit von Naam gegeben.
(SGGS, Ang 797)

Der Sikh ist dazu angeleitet, an die Lehren, Aussagen und Schriften der zehn Sikh Gurus zu glauben, diesen bestmöglich zu folgen, um so sein Shardha/Bhavana, (ein unzerstörbares Vertrauen und Glauben in Guru und Gott), aufzubauen. In diesem Vertrauen, kann er in Liebe, Hingabe und Demut in Richtung Gott (Waheguru) wachsen. Ein solches Vertrauen in Guru und Gott zu haben, wie die Sikh Gurus und bedeutende Gursikhs in der bewegten Sikh Historie vorgelebt haben, soll hier dem Schüler (Sikh) stets als Inspirationsquelle dienen. Die Sikh Gurus und Gursikhs jener Zeit, haben für den Sikh Religion alles geopfert, um der nachfolgenden Generation der Sikhs die Sicherheit zu geben, Ihren Glauben frei zu praktizieren. Das Fundament dieser Religion, wurde von Akaal Purakh/Waheguru, (Gott) in Form von Satguru Nanak Dev mit revolutionären Botschaften und einem neuen Glaubenssystem gegründet, unter schwersten und unvorstellbaren Schwierigkeiten und Torturen verteidigt und hat sich heute erfolgreich zur fünftgrössten Weltreligion konsolidiert.


Gur Mantar / Gurmantra Waheguru

Wahe: ist der wundervolle Erleuchter und Schöpfergott, in Worte nicht zu fassen. Ewige, absolute Glückseligkeit, grenzenlose Liebe, Freude, Ausdruck höchster ewiger Wahrheit.

Gu: bedeutet Dunkelheit, Unwissenheit, Ignoranz, Anhaftung an den relativen Bereich des Lebens (Maya).
Ru: erleuchtet das menschliche Bewusstsein und die Welt mit dem göttlichen Licht von Weisheit, Wissen und Selbst-Erkenntnis.

Naam Japo/Naam Simran zu praktizieren, bildet laut Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus, eine der Hauptgrundlagen in der Sikh Religion. Naam ist die Existenz und Realität Gottes, es ist der Name Gottes, der kosmische Klang (Naad), der sich allen Sikh Gurus und Gursikhs in Form des "Gurmantra Waheguru" in ihrem eigenen Bewusstsein durch die Gnade des wahren Gurus, offenbarte. Gursikhs wurden und werden mit Naam gesegnet. Dieser Vorgang ist ein Prozess der persönlichen, inneren Erfahrung.
Bei der Amrittaufe in den Khalsa Panth werden die getauften Sikhs (Amritdharis) gemeinsam von den fünf Geliebten - Panj Piare, in das "Gurmantra Waheguru" initiiert.


Nanak sagt: Das Gurmantra ist in mir eingepflanzt worden. Dieser Name allein befindet sich in meinem Herzen.
(SGGS, Ang 188, M. 5)
Meditiere auf den makellosen Herrn und durchtränke deinen Geist mit ihm...
Oh Geist, es gibt nur eine Medizin, ein Mantra und eine Heilung – fokussiere dein ganzes Bewusstsein fest auf den Einen Herrn.
(SGGS, Ang 156, M. 1)
Diejenigen, die mit Deiner Gnade gesegnet werden, erhalten den Juwelen von Naam, den Namen des Herrn.
(SGGS, Ang 12, Asa M, 4)
Sie sind intuitiv in den Namen des Herrn versunken.
(SGGS, Ang 12, Asa M, 5)
Ich habe den Namen des Herrn erworben, seine Süße, sein Wert sind unbeschreiblich.
(SGGS, Ang 436, M. 1)
Der Eine Name ist der wahre Schatz, der wahre Reichtum, O Pandit höre auf diese wahren Lehren.
(SGGS, Ang 492, M. 3)
Der Juwel, Gottes Name verweilt inmitten meines Herzens, der Guru hat seine Hand vor meine Stirn gelegt. Die Sünden und Schmerzen von unzähligen Inkarnationen (Geburten) wurden entfernt. Der Guru hat mich mit Naam, den Namen des Herrn gesegnet,...Der perfekte Guru hat den Namen des Herrn in mir eingepflanzt...
(SGGS, Ang 696, M. 4)
Der perfekte Guru hat den Namen des Herrn in mir eingepflanzt; es hat meine Zweifel von innen zerstreut... Ich bleibe liebevoll auf den Einen Herrn eingestimmt. Naam, der Name des Herrn verweilt in mir.
(SGGS, Ang 1424 M. 4)
Wo es keine Mutter, Vater, Kinder, Freunde oder Geschwister gibt, Oh mein Geist, wird der Name des Herrn bei Dir sein und dir Hilfe und Unterstützung geben. Wo der große und schreckliche Bote des Todes versuchen wird, dich zu vernichten, da wird nur der Naam mit dir gehen. Wo Schwierigkeiten/Hindernisse unerträglich schwer sind, wird der Name des Herrn dich in einem Augenblick retten. Mit der Durchführung unzähliger religiöser Rituale wirst du nicht gerettet werden. Der Name des Herrn wäscht Millionen von Sünden ab. Als Gurmukh, rezitiere den Naam, Oh mein Geist. O Nanak, Du wirst unzählige Freuden erhalten.
(Gauri Sukhmani, Ang 264, M. 5)

Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus beschreiben im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Gebeten, dass der Gottsuchende sich mit Naam, der göttlichen Existenz in Form des Gurmantras Waheguru verbinden soll, um in diesem und in kommenden Leben, die Verbindung mit Waheguru zu festigen, um über den Weltozean der Maya zu gelangen, bis die Individual Seele die Einheit mit Gott erreicht hat. In der Sikh Religion wird der Eine Schöpfergott, wie folgt beschrieben:

WAHEGURU = wundervoller Erleuchter/Schöpfergott, jenseits aller Erklärungen, der die Dunkelheit der Unwissenheit und Ignoranz zerstört und das göttliche Licht von Weisheit, Wissen und Selbst-Erkenntnis schenkt.
AKAAL PURAKH = Der ewige, zeitlose Eine, der niemals stirbt, jenseits von Zeit und Raum ist.
SATGURU = Der Wahre Aspekt und Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit.
SAT NAM = Sein Name ist Wahr.

Im Siri Guru Granth Sahib wird Gott mit verschiedenen Namen aufgeführt, aber nur der "Eine Name Waheguru" ist in der Sikh Religion zugleich auch das "Gurmantra".

Bhai Gurdas schreibt in seinen Varan 13, dass das Ego nur durch das Gurmantra Waheguru überwunden werden kann.
Die Sikh Gebete (Nitnem Banis) haben mit NAAM, den Namen des Herrn eine tiefe Bedeutung. Der Aspirant wird mit Waheguru Naam und Bani gesegnet, sie geben ihm die Kraft, das Vertrauen, Stärke und Ausdauer, die Einflüsse der Maya zu transzendieren.

Das Gurmantra Waheguru wird hier das Gefährt, um sich mit Gott, Waheguru zu verbinden.

Der Name (Waheguru) wird das Instrument um Gott, den Herrn zu realisieren. In Raag Bhairon betont Guru Arjan Dev, dass der Name dieselbe Intensität von Wahrheit und Qualität in sich trägt, wie die Realität Gottes, die göttliche Substanz (Naam) selbst. Um die Beziehung der menschlichen Seele und Ihrem Schöpfer herzustellen, haben die Sikh Gurus den Kanal des göttlichen Namens in Form des Gurmantras der Menschheit zur Verfügung gestellt. Der Suchende, der diesen göttlichen Namen adoptiert, oder mit Naam durch Guru gesegnet wird, kann sich durch Gottes Gnade mit ihm verbinden.
Innere Erkenntnis, das Leben in Demut, Mitgefühl, Gottesfurcht, Liebe, Aufrichtigkeit, Natürlichkeit, Hilfsbereitschaft, Stärke, Mut und Vergebung zu leben, ist die Aufgabe eines jeden Sikhs.

Alle Tugenden kommen wie Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus immer wieder im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Gebeten betonen, aus NAAM, aus dem göttlichen Ursprung allen Seins, aus den Qualitäten Gottes, aus dem Einen Namen.

Ein moral-ethisch auf Gott ausgerichtetes Leben in der Sikh Religion, wächst demnach aus dem sich konstanten Verbinden mit Guru/Gott durch WAHEGURU NAAM Rezitation/Meditation, durch das Lesen, Rezitieren, Beten und Singen der GURBANI, dem Heiligen Wort Gottes/Gurus und NISHKAM SEVA, dem selbstlosen Dienen.


Moolmantra at Entrance of Sri Harmandir Sahib

Mool Mantar / Mool Mantra

Das Mool Mantra beschreibt die gesamte Philosophie, die Grundlage Gottes in der Sikh Religion. Das Mool Mantar ist so, wie es am Eingang am Sri Harmandir Komplex bis Nanak Hosee bhee sach steht, komplett.

Das Mool Mantar wird bei der "originalen Amrittaufe" (Khande di Pahul) in den Khalsa Panth seit Vaisakhi 1699 unverändert bis Nanak Hosee bhee sach von den Panj Pyare gelehrt. Diese Grundlage wurde an Vaisakhi 1699 vom zehnten Sikh-Guru, Guru Gobind Singh Sahib Ji selbst festgelegt. Dazu gehören die 5 Bania, Rehras Sahib, Kirtan Sohila, eine Meditation mit dem Mool Mantar bis Nanak hosee bhee sach und eine Meditation mit dem Gur Mantar Waheguru. Die grosse Mehrheit der initiierten Amritdharis praktizieren täglich das Mool Mantar bis Nanak Hosee bhee sach.
Einige Gruppen, die im 20. Jahrhundert entstanden sind, definieren und rezitieren das Mool Mantar bis Gurprasad.

Laut der traditionellen Gurmat Lehre gibt es 5 Haupt Mantar:

  • 1. Beej Mantar - Ik Oankar
  • 2. Maha Mantar - Ik Oankar bis Gurprasad
  • 3. Mool Mantar - Ik Oankar bis Nanak hosee bhee sach
  • 4. Mala Mantar - Sri Japji Sahib
  • 5. Gur Mantar - Waheguru

Bhai Jagraj Singh (Basics of Sikhi) Die 5 Haupt Mantar in der Sikhi

Mool Mantar
Gurbani Paath Darpan
historische Erklärung

Mool Mantar
historische Erklärung
Veechar - Gurmat Studien

Mool Mantar
Lesen und Hören
Gurmukhi - Transliteration


ੴ ਸਤਿਨਾਮੁ ਕਰਤਾ ਪੁਰਖੁ ਨਿਰਭਉ ਨਿਰਵੈਰੁ ਅਕਾਲ ਮੂਰਤਿ ਅਜੂਨੀ ਸੈਭੰ ਗੁਰਪ੍ਰਸਾਦਿ॥॥ ਜਪੁ ॥
ਆਦਿਸਚੁ ਜੁਗਾਦਿਸਚੁ॥ ਹੈਭੀਸਚੁ ਨਾਨਕ ਹੋਸੀਭੀਸਚੁ॥੧॥

ੴ ਸਤਿਨਾਮੁ - Ik Onkar Es gibt nur Einen universellen Schöpfergott.
ਸਤਿਨਾਮੁ - Satnam Sein Name ist wahr.
ਕਰਤਾ ਪੁਰਖੁ - Karta Purakh Schöpfer aller Wesen und Schöpfungen, alldurchdringend - omnipräsent.
ਨਿਰਭਉ - Nirbhao Ohne Furcht.
ਨਿਰਵੈਰੁ - Nirvair Ohne Feindschaft.
ਅਕਾਲ ਮੂਰਤਿ - Akal Murat Der Schöpfer ist unsterblich.
ਅਜੂਨੀ - Ajuni Jenseits von Geburt.
ਸੈਭੰ - Saibhang Selbstexistierend - selbsterleuchtend.
ਗੁਰਪ੍ਰਸਾਦਿ - Gurprasad Realisiert durch die Gnade des wahren Gurus.
॥ ਜਪੁ ॥ - Jap Rezitiere/Chante.
ਆਦਿਸਚੁ - Aadh Sach Gott existierte von Anbeginn
ਜੁਗਾਦਿਸਚੁ - Jugaadh Sach Er existierte vor Seinen Schöpfungen und in allen vier Zeitaltern.
ਹੈਭੀਸਚੁ - Hai Bhee Sach Gott ist hier und jetzt wahr und allgegenwärtig.
ਨਾਨਕ ਹੋਸੀਭੀਸਚੁ॥੧॥ - Nanak Hosee Bhee Sach Guru Nanak Dev sagt, Gott wird für immer und ewig existent und wahr sein.

Sikhs sind laut Siri Guru Granth Sahib immer bereit, ihre religiösen Einsichten zu erweitern. Die Rezitation des Mool Mantras segnet den Sikh und verinnerlicht die unermessliche Weisheit, Grösse und Schönheit des allmächtigen transzendenten Schöpfergottes. Der Sikh lernt und erfährt, dass sein eigenes Bewusstsein, sein wahres Zuhause sich im Ursprung allen Seins befindet. Waheguru ist präsent in seiner gesamten Schöpfung und über alles wachend.

Gott sagt, wenn du dich selbst reformierst, wirst du mich treffen und mich treffen, bedeutet, du wirst in Frieden sein. O Farid, wenn Du mein wirst, wird die ganze Welt dein sein.
(SGGS, Ang 1382, Bhagat Farid)

Der transzendente Schöpfer und die Seele

Der Schöpfer ist geschlechtsunspezifisch. Die Seele des Schöpfers ist transzendent allumfasssend, bedingslose reine Liebe, Stille, ewige Glückseligkeit, Frieden, unbegrenzt, unsterblich, nicht gebunden, zeitlos, gestaltlos. Gott ist die höchste allmächtige ewig-existierende Wahrheit. Zugleich ist er manifest, sichtbar in seiner gesamten Schöpfung. Das Wesen des Schöpfers ist eins, IK OANKAR - diese Einheit unterteilt sich in zwei Aspekte: in NIRGUN - unmanifest, nicht sichtbare Eigenschaften und Qualitäten und SARGUN - in der gesamten manifestierten Schöpfung sichtbar und mit Qualitäten und Attributen ausgestattet.

Im Siri Guru Granth Sahib wird Gott - Waheguru als Ehemann (Husband Lord), als bester Freund und Geliebter bezeichnet. Die Individual Seele wird als die Seelen-Braut (Soul-bride) beschrieben. Die Seelen-Braut steht hier synonym für beide Geschlechter, weiblich als auch männlich. Die Seele hofft und wartet sehnsuchtvoll, nach langer Trennung auf den Tag der Wiedervereinigung mit Ihrem geliebten wahren Ehemann, ihrem Schöpfer.

Diese Analogie beschreibt die Vereinigung von Gott mit der Individual Seele, die ihren Ursprung, ihr wahres Zuhause im allmächtigen Schöpfergott hat. Dieser Moment der Wiedervereinigung mit dem universellen Schöpferherrn ist mit unbeschreiblicher Freude, Ruhe und Frieden beschrieben. Der physische Tod des Menschens in der Sikh Religion bedeutet nicht automatisch das Einswerden mit Gott. Die Individual Seele manifest im menschlichen Körper, unterliegt dem sich wiederholenden Prozess von Kommen und Gehen, dem Zyklus von Geburt und Sterben, bis Akaal Purakh/Waheguru - die Individual Seele mit der kosmischen All Seele Gottes vereint. Die verschiedenen Ragas im Siri Guru Granth Sahib (31 Haupt Ragas, 31 Mishrat Ragas, 17 unterschiedliche Taala), befassen sich mit der Thematik der Trennung, Sehnsucht, Schmerz, Trauer, Verzicht, Freude, Liebe, Hingabe, Erfüllung und Befreiung. Jeder dieser Raga beschreibt eine Gefühlsstimmung.

Für die Heiligen und für die Gursikhs ist der Schöpfer kein entfernter, strafender Gottvater. Im Gegenteil:

Der Schöpfer ist kosmisch unbegrenzte Liebe und Freude, er liebt seine Schöpfungen und Manifestationen bedingungslos.
(SGGS, Ang 784, M. 5)
Gurudwara Panja Sahib

Die Sikh Gurus sprechen den Schöpfer daher oft als “geliebten Freund“ an, um den Aspiranten zu inspirieren, seine Liebe, Aufmerksamkeit und sein Vertrauen auf den Einen transzendenten, omnipräsenten Schöpfergott im Leben auszurichten. Auch Anreden wie “meine Mutter”, “mein Vater” oder “Bruder” werden oft verwendet:

Tu mera pita tu mera mata || Tu mera bandhhap tu mera bhrata ||
Du bist mein Vater, du bist meine Mutter. Du Bist mein Verwandter und Du bist mein Bruder.
(SGGS, Ang 103, M. 5)
Du bist mein Freund, mein bester Freund. Bitte planze in mir Naam, den Namen des Herrn.
(SGGS, Ang 410, M. 5)

Das Kaliyuga ist eines von vier Zeitaltern (Sat Yuga, Dwarpa Yuga, und Treta Yuga). Es ist das dunkle Zeitalter der Ignoranz, Arroganz, wo Zwist, Zweifel, Neid, Korruption, Lug, Betrug, Fanatismus, Machtkämpfe und Konflikte vorherrschen und die Liebe zur Dualität und Maya (Scheinwelt/Illusionen) stärker ist, als die Hingabe und Liebe zu Gott. Es ist das Zeitalter, wo das menschliche Bewusstsein überschattet ist, von den bindenden Eigenschaften der Maya (repräsentiert durch die fünf Diebe: Lust, Wut, Gier, emotionale/materielle Anhaftung und dem Ego) und den Aspiranten vom Gottesweg abhalten. Der relative Bereich der Schöpfung, die Maya, die Scheinwelt und Illusionen, in der die Menschheit in Bindung und Anhaftung lebt, ist ein instabiles und vergängliches Feld.

Wohingegen der absolute Bereich des transzendentalen Schöpfergottes ewig-existierend, die wahre Heimstätte der Seele ist. In der Sikh Religion wird dem Aspiranten gelehrt, sich mit Naam, den Namen Gottes (Waheguru) zu verbinden, um die Angst vor dem Tod zu überwinden und die eigene Unsterblichkeit der Seele in Gott (Waheguru) zu erkennen.

Das dunkle Zeitalter des Kali Yuga ist gekommen. Pflanze Naam, den Namen des Einen Herrn. Es ist nicht die Jahreszeit um andere Samen auszusäen. Wandere nicht verloren in Zweifel und Täuschung (im Trugbild der Maya).
(SGGS, Ang 1185 M. 5)
Im goldenen Zeitalter des Sat Yuga war die Wahrheit. Im silbernen Zeitalter des Treta Yuga war die Wohltätigkeit, im (messing) Zeitalter des Dwarpa Yugas war die rituelle Verehrung/Anbetung. In diesen drei Zeitaltern hielten die Menschen an diese drei Wege fest. Aber im eisernen Zeitalter des Kali Yuga, ist der "Name des Herrn deine einzige Unterstützung".
(SGGS, Ang 346, Bhagat Ravidass)
...In diesem Dunklen Zeitalter des Kali Yuga, ist die Lobpreisung des Namen Gottes, die Grundlage von Dharma. (Rechtschaffenheit, ethische Pflicht, religiöse Grundlage).
(SGGS, Ang 797 M. 3)


Nishkam Sewa - Selfless Service

Die Sikhs haben gelernt, dass selbstloses Dienen - Nishkam Sewa und wohltätige Arbeit, den Gläubigen dazu befähigen, die Maya (Scheinwelt/Illusion), die fünf Feinde (Panj Chor), zu denen auch das Ego zählt, zu reduzieren. Der Schöpfung Gottes in Liebe, Mitgefühl und Hingabe zu dienen, ist ein Privileg und ein unverzichtbarer Teil der Sikh Religion.


Wenn man dem Guru dient, wird der Geist rein und findet seine Zuflucht im wahren Selbst, im Zuhause Gottes. (SGGS, Ang 120)
Durch den Dienst des Gurus, erlangt man wahre Freude und Glück, welches nirgendwo anders zu finden ist. (SGGS, Ang 548)
Indem man dem Wahren Guru dient, wird der Geist makellos (unbefleckt) und der Körper wird rein. Nach dem Zusammentreffen mit dem tiefen und profunden allmächtigen Herrn, erlangt der Geist Glückseligkeit und ewigen Frieden.
(SGGS, Ang 69)