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Sikh Religion | Sikhi | Sikhismus


Weltweit praktizieren über 27 Mio. Menschen die Sikh Religion (Sikhismus). Sie ist die fünftgrösste Weltreligion nach dem Christentum, Islam, Buddhismus und dem Hinduismus.

Die Sikh Religion, auch bekannt als Sikhi und Sikhismus entstand im Punjab, im nordwestlichen Teil des indischen Subkontinents. Das göttliche Licht von Akaal Purakh/Waheguru (Gott) hat sich gemäss den traditionellen Sikh Quellen in Form von Satguru Nanak Dev im Monat Katak - Oktober/November 1469 in Talwandi, heutiges Sri Nankana Sahib (Pakistan) auf Erden manifestiert. Dieses göttliche Licht von Satguru Nanak Dev übertrug sich in die nachfolgenden Sikh Gurus und in den Siri Guru Granth Sahib. Guru Angad Dev, der zweite Sikh Guru, wird daher auch als die zweite Form von Satguru Nanak Dev, das zweite Licht von Akaal Purakh/Waheguru, bezeichnet. Dieser Prozess vollendete sich im Reinen Shabad Guru, dem Siri Guru Granth Sahib, dem Ewig lebenden Guru der Sikhs. Der Siri Guru Granth Sahib ist die Offenbarung und Manifestation des göttlichen Wortes GURBANI und die Verkörperung der zehn Sikh Gurus.

Guru Granth Sahib Siri Guru Granth Sahib

Die Sikh Gurus, im göttlichen Bewusstsein verankert, etablierten ein eigenständiges in sich distinktes Glaubenssystem, welches sich vom Hinduismus, Islam und anderen Glaubensgemeinschaften unterscheidet, jedoch Konzepte, wie Karma, Reinkarnation und den Aspekt des Monotheismus mit anderen Religionen teilt.

Die Botschaft, die die Sikh Gurus der Welt hinterliessen, ist in Form der Gurbani, dem Heiligen Wort Gottes/Gurus im Siri Guru Granth Sahib artikuliert. Die Aussagen der Gurbani sind ewig-gültig. Es ist die transzendentale universelle Wahrheit, die sich im Siri Guru Granth Sahib offenbart. Die Weisheiten und Aussagen der Gurbani sind offen und zugängig für jeden Menschen, unabhängig seines Glaubens. Die Gurbani ist eine Inspirationsquelle, um Liebe und Frieden im eigenen Bewusstsein zu kultivieren und die Allgegenwart der ewigen Schöpfungsquelle zu erfahren. Der Ewige Shabad Guru beinhaltet die Hymnen der Sikh Gurus, als auch Verse von Heiligen anderer Glaubensrichtungen (Sufis, Hindus und Muslime). Diese Heiligen wurden Bhagats und Bhatts genannt. Sie waren im Einklang mit der Lehre der Sikh Gurus, des Einen universellen Schöpfergottes. Diese Heiligen haben die Vereinigung mit Gott, mit Naam in Ihrem eigenen Bewusstsein erfahren. Aufgrund dessen wurden sie mit in den Siri Guru Granth Sahib aufgenommen, als Ausdruck der universellen, transzendentalen ewig-gültigen Wahrheit.

Die Sikh Religion ist eine monotheistische Religion. Sie beinhaltet den Glauben an Einen omnipräsenten Schöpfergott IK OANKAR, der Vater und Mutter aller Menschen und seiner gesamten Manifestation und Schöpfungen ist. Es gibt nur einen Gott, der Erschaffer, Erhalter und Zerstörer zugleich ist. Ein einziger Schöpfergott erhält und unterstützt Menschen aller Glaubensrichtungen. Allen steht es frei, ihren Glauben frei zu wählen und ihn auszuüben, ohne dabei andere zu verletzen oder zu unterdrücken. Nach Auffassung der Sikh Gurus ist jeder Einzelne dazu im Stande, den Schöpfer selbst zu erfahren. Um sich mit Gott (Akaal Purakh/Waheguru) zu vereinigen, haben die Sikh Gurus ein distinktes Glaubenssystem entwickelt und die Methode zur Vereinigung mit Gott für die Menschheit im Siri Guru Granth Sahib offenbart.

Der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh teilte die Autorität, gemäss dem Miri-Piri System im Jahr 1708 in Nanded (Maharasthra) in zwei Bereiche auf:

  • in den Siri Guru Granth Sahib, der das heilige Wort Gottes/Gurus in Form der GURBANI offenbart. Der Siri Guru Granth Sahib wird als der Ewig-lebende Guru der Sikhs, Jaagdi Jot verehrt. Der Reine Shabad Guru stellt die höchste spirituelle Autorität in der Sikh Religion dar - und dem
  • Takht Sri Kesgarh Sahib Takht Sri Kesgarh Sahib, Sri Anandpur Sahib
    Geburtsstätte des Khalsa Panth
  • Guru Khalsa Panth, die Gemeinschaft der getauften Sikhs, den Amritdharis. Die Khalsa tragen die fünf Glaubensartikel, die 5 K´s der Sikh Religion. Der Khalsa Panth setzt sich für Wahrheit, Rechtschaffenheit, Brüderlichkeit, Schutz, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit aller Menschen ein. Der Khalsa Panth ist für die Aufrechterhaltung und Weitergabe des grundlegenden Wertesystems des Sikh Glaubens verantwortlich.

In der Sikh Religion ist Gott (Akaal Purakh/Waheguru) das höchste Selbst, bedingungslose allumfassende Liebe, unbegrenzte Wonne, ewige Glückseligkeit. Gott ist ohne Feindschaft, ohne Bindung, selbst-existierend, selbst-erleuchtend, unsterblich, ewig-existierend, grenzenlos, Ursprung allen Seins, omnipräsent, omnipotent. Gott ist die absolute höchste und reinste Wahrheit - transzendentale ewige Realität, die alles erschafft, erhält und in den Kreislauf des Schöpfungszyklus zurückführt. Waheguru (Gott) ist in seinen gesamten Schöpfungen anwesend und wacht über sie.

Es gibt nur einen universellen Schöpfergott Ik Oankar, gestaltlos, formlos, nicht sichtbar, ohne Attribute und Qualitäten, alldurchdringend, omnipräsent - NIRGUN-Aspekt. Zugleich ist Gott in seinen gesamten manifestierten Schöpfungen anwesend, in allen Formen und Lebewesen sichtbar, mit Attributen und Eigenschaften ausgestattet - SARGUN-Aspekt. Gott allein ist der Handelnde auf dessen Willen/Befehl Hukam alles geschieht. Der Schöpfer allein ist es, der es wert ist, angebetet zu werden. Alles entsteht aus Gott und alles kehrt zu ihm zurück. Nur ihn allein soll der Suchende und Schüler (Sikh) lieben, dienen und anbeten.

Das Ziel in der Sikh Religion ist es, die Verbindung mit Gott stets aufrechtzuerhalten und die Einheit mit dem wundervollen, allmächtigen Schöpfer zu realisieren. Der einzige Weg, um aus dem Kreislauf der Wiedergeburten herauszukommen, ist die Maya (Scheinwelt der Illusionen und Bindungen), durch die praktische Umsetzung der Gurmat Lehre der Sikh Gurus zu überwinden. Die Vereinigung mit Akaal Purakh/Waheguru (Gott) erreicht der Aspirant durch die Gnade des wahren Gurus - durch Gottes Liebe und Barmherzigkeit.


Die drei Grundpfeiler der Sikh Religion:

Das Leben eines Sikhs ist auf drei Grundprinzipien, die Satguru Nanak Dev wie folgt artikulierte, ausgerichtet:

  • KIRAT KARO - Arbeite engagiert und aufrichtig für deinen Lebensunterhalt.
  • NAAM JAPO/NAAM SIMRAN - Erinnere Dich stets bei allem, was Du tust, an Gott. Ein Sikh soll seinen Geist auf die göttliche Substanz, auf die Existenz und Realtität Gottes (Naam) richten. Dies geschieht in Form von Naam Japo (Rezitation/Chanten) und Naam Simran (Meditation) auf die Identität Gottes mit dem Gurmantra Waheguru. Waheguru ist die Terminologie für Gott in der Sikh Religion und das "Gurmantra".
  • WAND CHAKKO - Teile das, was du hast, mit den weniger Begünstigten in der Gesellschaft.
WAHEGURU ist der wundervolle in Worte nicht zu fassende Erleuchter und Schöpfergott, der die Dunkelheit der Unwissenheit und Ignoranz zerstört und das göttliche Licht von Wissen, Wahrheit und Erkenntnis schenkt.
WAHEGURU ist GUR MANTAR, durch meditieren auf Waheguru, wird das Ego ausgelöscht. (Varan 13, Bhai Gurdas)

Die Sikh Gurus lehrten:

  • Den Willen Gottes, sein Hukam zu akzeptieren und im Willen Gottes zu leben.
  • Das Singen der Heiligen Hymnen zur Lobpreisung Gottes zu praktizieren - Shabad Kirtan.
  • Ein auf Gott ausgerichtetes tugendhaftes Leben zu führen, welches den Ursprung in NAAM, der Existenz und Realität Gottes hat. Aus NAAM entsteht alles. Aus NAAM kommen alle Tugenden und Qualitäten des Schöpfers für seine Menschenkinder.
  • Gurudwara Panja Sahib
  • Die Sikh Gurus betonen daher immer wieder die Wichtigkeit von Naam Japo/Naam Simran - sich mit der Quelle allen Ursprungs durch WAHEGURU NAAM Rezitation/Meditation zu verbinden, um sich die Eigenschaften des Schöpfers stets zu vergegenwärtigen und diese schrittweise im eigenen Bewusstsein zu manifestieren. Seva, der selbstlose Dienst und Wand Chakko, das Teilen mit den weniger begünstigten in der Gesellschaft, bilden wichtige Grundpfeiler im Sikh Glaubens.
  • Die Ausübung der täglichen Sikh Gebete - Nitnem Banis. Die Sikh Gebete haben eine tiefe Bedeutung und Wirkung für den praktizierenden Sikh.
  • Die Sikh Gurus lehrten, alle Menschen als manifesten Ausdruck des Einen universellen Schöpfergottes anzusehen. Das Verhalten des Menschen, seine Taten und die darausfolgenden Resultate sind es, die ihn in Form des Karma (Gesetz von Ursache und Wirkung) aus vorherigen und gegenwärtigem Leben binden. Jeder Mensch kann sich durch Selbstreflektion und Erkenntnis durch den Segen Gottes, transformieren. Hier bietet der Weg der Sikhi praktische Hilfe und lösungsorientierte Führung.
  • Das Spiel der Kräfte von Positivität und Negativität ist ein Schauspiel, welches Waheguru (Gott) als Regisseur selbst erschuf. Er hat die Maya, die Scheinwelt der Illusionen und Bindungen und den "Konflikt der Kräfte" erschaffen, um die Menschenseelen zu erwecken, sie zu erleuchten, sie aus der Maya, aus den bindenden Einflüssen der fünf Diebe - Panj Chor (Kaam/Lust, Krodh/Wut, Lobh/Gier, Moh/emotionale und materielle Anhaftung und Ahankar/Ego) zu befreien. Der Sikh Weg - Gurmukh Path, ist ein einzigartiger und wundervoller Weg, wenngleich auch kein einfacher, wie Bhai Gurdas in seinen Varan beschreibt. Auf diesem Weg wird der Sikh (Schüler) stets getestet, inwieweit er/sie in der Maya verstrickt und gebunden ist. In seiner unendlichen Güte und Liebe gibt Waheguru (Gott) seinen Menschenkindern die Möglichkeit, sich auf dem rechten Pfad in Richtung Ursprung allen Seins, zum Schöpfer hin zu entwickeln. Sikhi ist eine Liebesgeschichte zwischen der Einzel Seele mit der kosmischen All Seele. Es ist die Reise der Individual Seele, die auf dem Weg mit und zu Gott ist.
  • Der Sinn des Lebens in der Sikhi ist es, die Vereinigung mit dem wundervollen, unbeschreiblichen ewig-existierenden Schöpfergott, Waheguru zu realisieren.
  • Die Sikh Gurus betonen, dass die Saadh Sangat, die Gesellschaft der Heiligen, die Individual Seele transformiert. Die Sikhs glauben, daß die Gemeinschaft der Saadh Sangat  ein wichtiger Schlüssel ist, um die Einflüsse der Maya und der fünf Diebe, zu dem auch das Ego gehört, zu reduzieren, zu transformieren. Die Sikhs verbinden sich in der Saadh Sangat direkt mit der Gurbani, mit Guru und Gott. Hier wird der Name, das Wort und die Existenz des Schöpfers Waheguru gelobpreist, meditiert und besungen.
  • Siri Guru Granth Sahib - Gurbani sagt uns:
  • Schließe dich der Saadh Sangat an, der Gesellschaft der Heiligen; vibriere und meditiere über den Juwelen des Naam.
    Ohne die Saadh Sangat, die Gesellschaft der Heiligen, kann der Mensch nicht zufrieden werden. Ohne den Namen des Herrn, leiden alle in Kummer und Sorge.
    O mein geliebter Herr der Seelen, derjenige, der sich der Saadh Sangat anschließt, der wahren Gemeinde, ist gerettet.
    In der Saadh Sangat, die Gesellschaft der Heiligen, wirst du rein und die Schlinge des Todes wird durchgeschnitten.
    Ich habe mich der Saadh Sangat, der Gesellschaft der Heiligen angeschlossen und dort Frieden, Ruhe und Stille gefunden.
  • Satguru Nanak Dev lehrt:
  • Der wahre Guru ist in der Saadh Sangat anwesend, der wahren Gemeinde. Tag und Nacht, lobe das Wort seines Shabad.
  • Die Sikh Gurus lehrten die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Beide Geschlechter sind der manifeste Ausdruck des Schöpfers. Sie tragen beide das göttliche Licht in sich.
  • Sich mutig für Wahrheit, Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit, Frieden, Religionsfreiheit und Selbstbestimmung aller einzusetzen, ist ein Hauptanliegen der Sikhs.
  • Der Sikh ist dazu angeleitet, das Kastensystem, Aberglauben, Polytheismus (Götter- und Planetenanbetung) als auch das Praktizieren von leeren Ritualen abzulehnen.
  • Der Sikh soll der eigenen Gemeinde, als auch der Menschheit im Verbund der Weltfamilie dienen - ohne dabei Feindschaft, Diskriminierung oder Vorurteile zu haben.
  • Die Sikh Religion ist ein toleranter und weltoffener Glaube, sie bringt Menschen zusammen und lehrt, die Unterschiede an der Oberfläche zu überwinden und sich gemeinsam auf die alles zugrunde liegende Einheit zu konzentrieren. Die Sikhi wird oft als die Religion der universellen Brüderlichkeit beschrieben. Der Sikh Glaube ist ein Lebensweg, der vereint und nicht trennt und über die Dogmen von Religionen hinausgeht, sie transzendiert.

Die Ethik der Sikh Religion:

Die Notwendigkeit den schwer zu kontrollierenden Geist und die fünf Diebe, zu dem auch das Ego gehört, zu transformieren, werden immer wieder in der Sikh Religion gelehrt. Alle Tugenden, wie Wahrheit SAT, Zufriedenheit SANTOKH, Liebe PREM, Mitgefühl DAYA, Selbstloser Dienst SEVA, Wohltätigkeit DHANA, Vergebung KSANA, Demut NIMRATA, Geduld DHEERJH, Nicht-Anverhaftung VAIRAGYA und Keuschheit/Treue TAIGA bilden die ethischen Grundlagen in der Sikh Religion.


Die Sikhs

Die Sikh Religion

Sikhs sind in allen Bereichen des Lebens aktiv: sozial, religiös und politisch. Ein Sikh, ein idealer Gursikh, lebt ein aktives Familien- und Berufsleben. Dies wird in den Schriften als Haushälter - Grisht bezeichnet. Der Haushälter erfüllt seine familiären und beruflichen Pflichten - gleichzeitig erinnert er/sie sich stets an Gott in Form von NAAM JAPO/NAAM SIMRAN - an die Identität und Realität Gottes (Waheguru). Der Gegensatz zum Haushälter (Grisht) ist der Asket, der die Gottverwirklichung nur durch den Rückzug aus dem weltlichen Leben als realisierbar ansieht. Dieser Auffassung und Erfahrung widersprach Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus: Gottverwirklichung kann jederzeit durch die Gnade des wahren Gurus, dem allmächtigen Schöpfer als Haushälter realisiert werden, dies schliesst Frau und Mann zugleich ein. Die Sikh Gurus und immanente Gursikhs in der Sikh Geschichte haben diesen Weg vorgelebt und bewiesen, dass Einheit mit Gott als Haushälter, durch die Gnade Gottes zu Lebzeiten möglich ist.

Die Sikh Religion hat ihre eigene göttlich offenbarte Heilige Schrift in Form der GURBANI: "Bani ist Guru - Guru ist Bani". Der Siri Guru Granth Sahib ist der "Ewig lebende Guru - Eternal living Guru", die höchste religiöse, spirituelle Autorität der Sikhs.

Little Khalsa

Der Reine Shabad Guru ist Jaagdi Jot, das ewig-existierende Licht Gottes/Gurus und stellt die Verkörperung der zehn Sikh Gurus dar. Der Siri Guru Granth Sahib ist die einzige Heilige Schrift in der Welt, die zu Lebzeiten der Sikh Gurus offenbart, verfasst und kompiliert worden ist. Die Sikh Religion hat ihren eigenen Verhaltenskodex - Sikh Code of conduct - Rehat Maryada. Satguru Nanak Dev entwickelte das Gurmukhi Alphabet, welches später durch Guru Angad Dev, den zweiten Sikh Guru erfolgreich verbreitet und der Bevölkerung gelehrt wurde. Die Entwicklung einer eigenen Schrift und Sprache betonte den unabhängigen Charakter der Glaubensgemeinschaft der Sikhs. Jeder, der zehn Sikh Gurus hatte eine bestimmte Mission auf Erden zu erfüllen.

Alle Sikh Gebete und Sikh Zeremonien wurden zu Lebzeiten von den Sikh Gurus etabliert: wie die Geburts- und Namenszeremonie Janam Sanskar. Das Erlernen von Gurmukhi, Gurmat Lehre und Sikh Ithihaas, Vidiya Sanskar. Die Sikh Hochzeit Anand Karaj, Anand Sanskar. Die Amrittaufe Amrit Sanskar (Khande di Pahul) in den Khalsa Panth. Die Abschieds,- und Todeszeremonie Antam Sanskar, wenn die Seele das Körperkleid verlässt. Die Sikh Religion ist eine distinkte und unabhängige Weltreligion. Sie wurde nicht als ein Reform Movement gegründet und ist auch kein Teil oder Untergruppierung einer anderen Religion.


Die fünf Glaubensartikel (5 K´s) der Sikh Religion:

Bevor es zur Gründung des Khalsa Panth kam, wurden die Sikhs von Satguru Nanak Dev bis Guru Tegh Bahadur mit Charan Pahul zum "Sikh" eingesegnet. Die Sikh Gurus haben Wasser in einer Sarbloh Batta mit Ihren Füssen berührt, bzw. wurden die Lotus-Füsse (Charan Kamal) des Sikh Gurus vom Aspiranten gewaschen, währenddessen wurde Gurbani rezitiert. Im Anschluss wurde dieses "gesegnete Wasser" getrunken und der Aspirant wurde im Haus des Gurus als Sikh aufgenommen und mit Waheguru Naam (Gurmantra Waheguru) und Bani gesegnet (Quelle: Bhai Gurdas).

Panj Piare - Die Fünf Geliebten

Die Amrittaufe - Khande di Pahul wurde an Vaisakhi 1699 mit der Gründung des Khalsa Panth, die Bruderschaft der Reinen und Souveränen durch den zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh eingeführt. Der Khalsa Panth wurde auf den Willen (Hukam) Gottes - Akaal Purakh/Waheguru kreiiert. Der Khalsa Panth stellt einen höchst bedeutsamen Meilenstein in der Geschichte der Sikh Religion dar. Der Geburtsort des Khalsa Panth ist der Takht Sri Kesgarh Sahib - das Fort des ungeschnittenen Haares. Der Takht Sri Kesgarh Sahib befindet sich in Sri Anandpur Sahib und ist einer der fünf wichtigsten Takhts (5 höchsten Sitze) des Sikh Glaubens. Der Takht Sri Kesgarh Sahib verdeutlicht, die signifikante Bedeutung der Haare in der Sikh Religion. Das ungeschnittene Haar bildet eines der fünf Kakar (fünf Glaubenssymbole) im Sikhismus. Der Nanak Panth ist auch als Panth der Kesdaris bekannt, der Gemeinschaft derer, die ihre Haare im Einklang mit dem göttlichen Naturgesetz wachsen lassen.

Der getaufte Sikh (Amritdhari), verpflichtet sich gemäss den Richtlinien des Khalsa Panth (Khalsa Rehat - Verhaltenskodex) zu leben und stets die 5 Kakar zu tragen. Die 5 Glaubensartikel sind:

  • Kes (Haar) - Das ungeschnittene Haar ist Ausdruck von Akzeptanz und Respekt vor der Perfektion Gottes und seiner Schöpfung. Ein Sikh lehnt sich nicht gegen die Naturgesetze, die Gott erschuf, auf. Das Haar ist ein natürliches und kostbares Geschenk des allmächtigen Schöpfers. In der Sikhi wird das Haar als ein Segen von Gott angesehen.
  • Kangha (Holzkamm) - Der Kangha wird für die Haarpflege getragen und repräsentiert die Wichtigkeit von Ordnung und Reinheit.
  • Kara (Armreifen aus Eisen/Sarbloh) - Der Kara symbolisiert, dass der Charakter eines Sikhs wie aus Eisen sein sollte, stark, unverbiegbar und von Beständigkeit. Der Armreifen erinnert den Sikh daran, die Anweisungen des zehnten Sikh Gurus und Gottes zu befolgen und in ewiger Liebe und Verbundenheit zu Waheguru zu sein und mit dieser Hand nichts Unrechtes zu tun (wie stehlen etc.) Der Kara symbolisiert die Unendlichkeit und Ewigkeit Gottes.
  • Fünf Glaubensartikel der Sikh Religion
  • Kirpan (ein kleiner Dolch) - Der Kirpan ist ein kurzer Dolch, der die Pflicht eines Sikhs symbolisiert, sich für die Notleidenden und Unterdrückten einzusetzen. Der Kirpan ist ein Symbol von Geduld und Barmherzigkeit. Der Kirpan steht synonym für die Zerstörung von Unwissenheit, Ignoranz, Unrecht und Unterdrückung. Seine Benutzung ist nur zum Schutze anderer und zur Selbstverteidigung erlaubt. Niemals aber zum Angriff.
  • Kachera (eine spezielle Unterhose) - Diese spezielle Unterwäsche gilt als Zeichen der ehelichen Treue und zur Kontrolle von Lust (Kaam).

Die 5 Glaubensartikel sind Ausdruck für die Verpflichtung zu den Sikh Prinzipien von Gottesliebe, Hingabe, Vertrauen in Guru und Gott (Shardha/Bhavana), Disziplin, Aufrechterhaltung der Rechtschaffenheit auf Erden, Ehre, Schutz, Gerechtigkeit und Menschenliebe. Die fünf Glaubensartikel bilden das Gegengewicht zu den Panj Chor, den Fünf Dieben. Der Khalsa Panth hat die Aufgabe, das Wertesystem des Sikh Glaubens für alle kommenden Zeiten zu schützen und aufrecht zu erhalten.

Trinke Amrit, lebe für immer, erlange unbeschreibliche Freude, indem Du auf Gott meditierst.
(SGGS, Ang 496)

Ausführliche Informationen zu den 5 Glaubensartikel und den Khalsa Panth finden Sie in deutscher Sprache
unter DISR: www.deutsches-informationszentrum-sikhreligion.de/KhalsaPanth_de.php


Gurudwara

Die Gebetsstätte der Sikhs - Gurudwara

Die Sikh Religion hat ihre eigene Gebetsstätte, sie sind als Gurudwara oder Gurdwara bekannt (Gurmukhi: Guru-duara). Der Gurudwara ist "Das Tor zu Guru - zu Gott". Die Gurudwaras in Indien und weltweit dienen als Gebets- und Gemeindezentren der Sikhs. Sie sind offen für jeden, ungeachtet der Herkunft, Geschlecht oder des Glaubens. Hier wird auch das Guru ka Langar, das freie Gemeinschaftsessen an alle verteilt, die daran teilnehmen möchten. Die zwei Merkmale eines Gurudwaras sind Pangat und Sangat. Sangat stellt die Sikh Gemeinde dar und Pangat, die öffentliche Gemeinschaftsküche. Das Guru ka Langar ist ein wichtiger Bestandteil der Sikh Religion, sozial-gesellschaftliche und religiöse Unterschiede werden hier transzendiert. Es ist ein Symbol der universellen Brüderlichkeit und der alles zugrunde liegenden Einheit. Das Essen in einem Gurudwara ist rein vegetarisch und besteht aus Reis, Dal (Linsengericht), Gemüse, Roti (Fladenbrot) und Joghurt. Vor dem Betreten eines Gurudwaras wäscht sich der Besucher/in die Hände (optional die Füsse) und bedeckt sich den Kopf während des gesamten Besuchs mit einem Tuch oder Dastar (Turban). Zigaretten und andere Intoxikationen dürfen nicht mit in den Gurudwara gebracht werden. Im Sikhismus gibt es kein offizielles Priesteramt. Der Granthi, ist der zeremonielle Vorleser, Hüter und Beschützer des Siri Guru Granth Sahib in den Gurudwaras. Jeder Sikh, der den Siri Guru Granth Sahib lesen kann, hat die Möglichkeit den Gottesdienst zu leiten.


Ein Sikh wird im Rehat Maryada als eine Person beschrieben, die

  • an den Einen universellen omnipräsenten Schöpfergott glaubt,
  • an die zehn Sikh Gurus, von Satguru Nanak Dev bis Sri Guru Gobind Singh,
  • an die Heilige Schrift, den Siri Guru Granth Sahib, dem ewig-lebenden Guru der Sikhs glaubt und diesen als die höchste religiöse und spirituelle Autorität anerkennt,
  • an die Lehren, Schriften und Anweisungen der zehn Sikh Gurus glaubt und diesen folgt,
  • sowie an die Amrit Taufzeremonie (Khande di Pahul) in den Khalsa Panth, die vom zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh, an Vaisakhi 1699 initiiert wurde.

Sikh Empire 1839 Sikh Empire 1839 - unter Maharaj Ranjit Singh
Nihang Singh Nihang Singh

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