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Sikh Religion | Sikhi | Sikhismus


Weltweit praktizieren über 27 Mio. Menschen die Sikh Religion (Sikhismus). Sie ist die fünftgrösste Weltreligion nach dem Christentum, Islam, Buddhismus und dem Hinduismus.

Die Sikh Religion entstand im Punjab, im nordwestlichen Teil des indischen Subkontinents. Akaal Purakh/Waheguru (Gott) hat sich in Form von Satguru Nanak Dev im Monat Katak - Oktober/November 1469 in Talwandi, heutiges Pakistan auf Erden verkörpert. Dieses göttliche Licht von Guru Nanak Dev übertrug sich in die nachfolgenden Sikh Gurus und in den Siri Guru Granth Sahib. Guru Angad Dev, der zweite Sikh Guru wird daher auch die zweite Form von Guru Nanak Dev bezeichnet, das zweite Licht von Akaal Purakh/Waheguru (Gott). Dieser Prozess vollendete sich im Reinen Shabad Guru, dem Siri Guru Granth Sahib, dem ewig lebenden Guru. Er ist die Manifestation und Offenbarung des göttlichen Wortes GURBANI und die Verkörperung der zehn Sikh Gurus.

Guru Granth Sahib Siri Guru Granth Sahib

Die Sikh Gurus, im göttlichen Bewusstsein fest verankert, etablierten ein eigenständiges in sich distinktes Glaubenssystem, welches sich von den Religionen des Hinduismus, Islams und anderen Glaubensgemeinschaften grundlegend unterscheidet.

Die Botschaft, die die Sikh Gurus der Welt hinterliessen, ist in Form der Gurbani, dem Wort Gottes/Gurus im Siri Guru Granth Sahib festgehalten. Die Botschaften der Gurbani sind universell und zugängig für jeden Menschen. Sie beinhalten die Hymnen der Sikh Gurus als auch Verse von Heiligen anderer Glaubensrichtungen (Sufis, Hindus und Muslime). Diese Heiligen wurden Bhagats und Bhatts genannt. Sie waren im Einklang mit den Grundlagen und der Lehre der Sikh Gurus des Einen universellen Schöpfergottes. Aufgrund dessen, wurden mit in den Siri Guru Granth Sahib aufgenommen, als Ausdruck der universellen, transzendentalen ewig-gültigen Wahrheit.

Die Sikh Religion ist eine monotheistische Religion. Sie beinhaltet den Glauben an Einen omnipräsenten Schöpfergott (IK ONKAR), der Vater aller Menschen und seiner gesamten Manifestation und Schöpfungen ist. Es gibt nur einen Gott, der Erschaffer, Erhalter und Zerstörer zugleich ist. Ein einziger Schöpfergott erhält und unterstützt Menschen aller Glaubensrichtungen. Allen steht es frei, ihren Glauben frei zu wählen und ihn auszuüben, ohne dabei andere zu verletzen oder zu unterdrücken. Nach Auffassung der Sikh Gurus, ist jeder Einzelne dazu im Stande den Schöpfer selbst zu erfahren. Um sich mit Gott (Akaal Purakh/Waheguru) zu vereinigen, haben die Sikh Gurus ein distinktes Glaubenssystem entwickelt und die Methode zur Vereinigung mit Gott für die Menschheit offenbart.

Anstatt einen menschlichen Guru zu ernennen, teilte der letzte Sikh Guru, Guru Gobind Singh 1708 in Nanded, Maharashtra die Autorität gemäss des Miri-Piri Systems in zwei Bereiche auf:

  • in den Siri Guru Granth Sahib, der das heilige Wort Gurus/Gottes in Form der GURBANI offenbart. Der Siri Guru Granth Sahib wird als der ewig-lebende Guru der Sikhs, Jaagdi Jot verehrt. Der Reine Shabad Guru stellt die höchste religiöse, spirituelle Autorität in der Sikh Religion dar - und dem
  • Takht Sri Kesgarh Sahib Takht Sri Keshgarh Sahib, Anandpur Sahib
  • Guru Khalsa Panth, die Gemeinschaft der getauften Sikhs - den Amritdharis.

Im Sikhismus ist Gott (Akaal Purakh/Waheguru) das höchste Selbst, unbegrenzte Wonne, ewige Glückseligkeit, bedingungslose allumfassende Liebe, Gott ist ohne Feindschaft, ohne Bindung, ohne Neid, selbst-existierend, selbst-erleuchtend, unsterblich, ewig-existierend, grenzenlos, Ursprung allen Seins, omnipräsent, omnipotent. Gott ist absolute, reine und höchste Wahrheit - transzendentale ewige Realität, die alles erschafft, erhält und alles in den Kreislauf des Schöpfungszyklus zurückführt. Waheguru (Gott) ist in seinen gesamten Schöpfungen anwesend und wacht über sie.

Es gibt nur einen universellen Schöpfergott Ik Onkar, gestaltlos, formlos, nicht sichtbar, ohne Attribute und Qualitäten, alles durchdringend, omnipräsent (NIRGUN-Aspekt). Zugleich ist Gott in seiner manifestierten Schöpfung mit Attributen und Qualitäten ausgestattet - überall sichtbar, in allen Formen und Lebewesen (SARGUN-Aspekt). Gott allein ist der Handelnde auf dessen Willen/Befehl Hukam alles geschieht. Er allein ist es, der es wert ist, angebetet zu werden. Alles entsteht aus ihm und alles kehrt zu ihm zurück. Nur ihn allein soll der Suchende und Schüler (Sikh) lieben, dienen und anbeten.

Das Ziel in der Sikh Religion ist es, die Verbindung mit Gott stets aufrechtzuerhalten und die Einheit mit dem Schöpfer zu realisieren. Der einzige Weg, um aus dem Kreislauf der Wiedergeburten herauszukommen, ist die Maya (die Scheinwelt der Illusionen und Bindungen), durch die praktische Umsetzung und das Befolgen der Lehren der Sikh Gurus zu überwinden. Die Vereinigung mit Akaal Purakh/Waheguru erreicht der Aspirant durch die Gnade des wahren Gurus/Gott.


Die drei Grundpfeiler der Sikh Religion:

Das Leben eines Sikhs ist auf drei Grundprinzipien, die Satguru Nanak Dev wie folgt artikulierte, ausgerichtet:

  • KIRAT KARO - Arbeite engagiert und aufrichtig für deinen Lebensunterhalt.
  • NAAM JAPO/NAAM SIMRAN - Erinnere Dich stets bei allem, was Du tust, an Gott. Ein Sikh soll seinen Geist auf die göttliche Substanz, auf die Existenz und Realtität Gottes (Naam) richten. Dies geschieht in Form von Naam Japo (Rezitation/Chanten) und Naam Simran (Meditation) auf die Identität Gottes mit dem Gurmantra Waheguru. Waheguru ist die Terminologie für Gott in der Sikh Religion und das "Gurmantra".
  • WAND CHAKKO - Teile das, was du hast, mit den weniger Begünstigten in der Gesellschaft.
WAHEGURU ist der wundervolle in Worte nicht zu fassende Erleuchter und Schöpfergott, der die Dunkelheit der Unwissenheit und Ignoranz zerstört und das Licht der Erkenntnis bringt.
WAHEGURU ist Gurmantra, durch meditieren auf Waheguru, wird das Ego ausgelöscht. (Varan 13, Bhai Gurdas)

Die Sikh Gurus lehrten:

  • den Willen Gottes (sein Hukam) zu akzeptieren und im Willen Gottes zu leben.
  • die Lobpreisung Gottes durch Singen der Heiligen Hymnen (Shabad Kirtan) zu praktizieren.
  • Ein auf Gott ausgerichtetes tugendhaftes Leben zu führen, welches den Ursprung in NAAM (der Existenz und Realität Gottes) hat. Aus NAAM entsteht alles. Aus NAAM kommen alle Tugenden und Qualitäten des Schöpfers für seine Menschenkinder.
  • Gurudwara Panja Sahib
  • Die Sikh Gurus betonen daher immer wieder die Wichtigkeit von NAAM JAPO/NAAM SIMRAN - sich mit der Quelle allen Ursprungs durch WAHEGURU NAAM Rezitation/Meditation zu verbinden, um sich die Eigenschaften des Schöpfers stets zu vergegenwärtigen und diese schrittweise im eigenen Bewusstsein zu manifestieren.
  • Die Ausübung der täglichen Sikh Gebete - Nitnem Banis. Die Sikh Gebete (Nitnem Banis) haben eine tiefe Bedeutung und Wirkung für den praktizierenden Sikh.
  • Die Sikh Gurus lehrten, alle Menschen als Ausdruck der göttlichen Manifestation des Einen universellen Schöpfergottes anzusehen. Das Verhalten des Menschen, seine Taten und die darausfolgenden Resultate sind es, die ihn in Form des Karmas (Gesetz von Ursache und Wirkung) aus vorherigen und gegenwärtigem Leben binden. Jeder Mensch kann sich durch Selbstreflektion und Erkenntnis durch den Segen Gottes, transformieren. Hier bietet der Weg der Sikhi praktische Hilfe und Führung.
  • Das Spiel der Kräfte von Positivität und Negativität ist ein Schauspiel, welches Waheguru (Gott) als Regisseur selbst erschuf. Er hat die "Maya" (Scheinwelt der Illusionen und Bindungen) und den "Konflikt der Kräfte" erschaffen, um die Menschenseelen zu erwecken, sie zu erleuchten, sie aus der Maya, aus den bindenden Einflüssen der fünf Diebe (Kaam/Lust, Krodh/Wut, Lobh/Gier, Moh/emotionale und materielle Anhaftung und Ahankar/Ego) zu befreien. Dies ist kein einfacher Weg, auf diesem Weg wird der Aspirant stets getestet, inwieweit er/sie in der Maya gebunden ist. In seiner unendlichen Güte gibt Waheguru (Gott) seinen Menschenkindern die Möglichkeit, sich auf dem "rechten Pfad" in Richtung Ursprung allen Seins, zu ihm - zum Schöpfergott hin zu entwickeln.
  • Der Sinn des Lebens in der Sikhi ist es, die Vereinigung mit dem wundervollen, unbeschreiblichen ewig-existierenden Schöpfergott, Waheguru zu realisieren.
  • Die Sikh Gurus lehrten die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Beide Geschlechter tragen das Eine göttliche Licht in sich.
  • Sich mutig für Wahrheit, Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit, Frieden, Religionsfreiheit und Selbstbestimmung einzusetzen, ist ein Hauptanliegen der Sikhs.
  • Der Sikh ist dazu angeleitet, das Kastensystem, Aberglauben, Polytheismus (Götter- und Planetenanbetung) als auch das Praktizieren von leeren Ritualen abzulehnen.
  • Der Sikh soll der Menschheit im Verbund der Weltfamilie dienen - ohne dabei Feindschaft, Diskriminierung und Vorurteile zu haben.

Die Ethik der Sikh Religion:

Die Notwendigkeit den Geist zu kontrollieren und die fünf Diebe, zu dem auch das Ego gehört, zu unterwerfen werden immer wieder in der Sikh Religion gelehrt. Alle Tugenden, wie Wahrheit (SAT), Zufriedenheit (SANTOKH), Liebe (PREM), Mitgefühl (DAYA), Selbstloser Dienst (SEVA), Wohltätigkeit (DHANA), Vergebung (KSANA), Demut (NIMRATA), Geduld (DHEERJH), Nicht-Anverhaftung (VAIRAGYA) und Enthaltsamkeit (TAIGA) bilden die ethischen Grundlagen in der Sikh Religion.


Die Sikhs

Die Sikh Religion

Sikhs sind in allen Bereichen des Lebens aktiv: sozial, religiös und politisch. Ein Sikh, ein idealer Gursikh, lebt ein aktives Familien- und Berufsleben (dies wird in den Schriften als Haushälter/Grisht bezeichnet). Der Haushälter erfüllt seine familiären und beruflichen Pflichten - gleichzeitig erinnert er sich stets an Gott in Form von NAAM JAPO/NAAM SIMRAN - an die Identität Gottes (Waheguru). Der Gegensatz zum Haushälter (Grisht) ist der Asket, der die Gottverwirklichung nur durch den Rückzug aus dem weltlichen Leben als realisierbar ansieht. Dieser Auffassung und Erfahrung widersprach Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus: Gottverwirklichung kann jederzeit durch die Gnade des wahren Gurus, dem allmächtigen Schöpfer als Haushälter realisiert werden, dies schliesst Frau und Mann zugleich ein. Die Sikh Gurus und immanente Gursikhs in der Sikh Geschichte haben diesen Weg vorgelebt und bewiesen, dass Einheit mit Gott als Haushälter, durch die Gnade Gottes zu Lebzeiten möglich ist.

Die Sikh Religion hat ihre eigene göttlich offenbarte Heilige Schrift in Form der GURBANI (Bani ist Guru - Guru ist Bani). Der Siri Guru Granth Sahib ist der "ewig lebende Guru - eternal living Guru", die höchste religiöse, spirituelle Autorität der Sikhs. Der Reine Shabad Guru ist Jaagdi Jot, das ewig-existierende Licht Gurus/Gottes und stellt die Verkörperung der zehn Sikh Gurus dar. Der Siri Guru Granth Sahib ist die einzige Heilige Schrift in der Welt, die zu Lebzeiten der Sikh Gurus verfasst und kompiliert worden ist. Die Sikh Religion hat ihren eigenen Verhaltenskodex (Rehat Maryada). Satguru Nanak Dev entwickelte das Gurmukhi Alphabet, welches später durch Guru Angad Dev, den zweiten Sikh Guru erfolgreich verbreitet und der Bevölkerung gelehrt wurde. Die Entwicklung einer eigenen Schrift und Sprache betonte den unabhängigen Charakter der Glaubensgemeinschaft der Sikhs. Jeder, der zehn Sikh Gurus hatte eine Mission auf Erden zu erfüllen.

Alle Sikh Gebete und Sikh Zeremonien wurden zu Lebzeiten von den Sikh Gurus etabliert: wie die Geburtszeremonie Janam Sanskar, die Namensgebung Naam Sanskar, die Sikh Hochzeit Anand Karaj, die Amrittaufe Khande di Pahul in den Khalsa Panth und die Abschieds,- Todeszeremonie Antam Sanskar, wenn die Seele das Körperkleid verlässt. Die Sikh Religion ist eine distinkte und unabhängige Weltreligion. Sie wurde nicht als ein Reform Movement gegründet und ist auch kein Teil oder Untergruppierung einer anderen Religion.


Die fünf Glaubensartikel (5 K´s) der Sikh Religion:

Bevor es zur Gründung des Khalsa Panth kam, wurden die Sikhs von Satguru Nanak Dev bis Guru Tegh Bahadur mit Charan Pahul zum "Sikh" eingesegnet. Die Sikh Gurus haben Wasser in einer Sarbloh Batta mit Ihren Füssen berührt, bzw. wurden die Lotus-Füsse (Charan Kamal) des Gurus vom Aspiranten gewaschen, währenddessen wurde Gurbani rezitiert. Im Anschluss wurde dieses "gesegnete Wasser" getrunken und der Sikh wurde im Haus des Gurus, in den Sikh Glauben aufgenommen. (Quelle: Bhai Gurdas) Die Amrittaufe - Khande di Pahul wurde an Vaisakhi 1699 mit der Gründung des Khalsa Panth, die Bruderschaft der Reinen und Souveränen durch den zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh eingeführt. Der Khalsa Panth stellt einen höchst bedeutsamen Meilenstein in der Geschichte der Sikh Religion dar.

Fünf Glaubensartikel der Sikh Religion

Der getaufte Sikh (Amritdhari) verpflichtet sich gemäss den Richtlinien des Khalsa Panth (Khalsa Rehat Maryada-Verhaltenskodex) zu leben und stets die 5 Glaubensartikel zu tragen. Die 5 Glaubensartikel sind:

  • Kesh (ungeschnittenes Haar) - Ausdruck von Akzeptanz und Respekt vor der Perfektion Gottes und seiner Schöpfung. Ein Sikh lehnt sich nicht gegen die Naturgesetze, die der Schöpfer erschuf, auf.
  • Kangha (Holzkamm) - Der Kangha wird für die Haarpflege getragen und repräsentiert die Wichtigkeit von Ordnung und Reinheit.
  • Kara (Armreifen aus Eisen/Sarbloh) - Der Kara symbolisiert, dass der Charakter eines Sikhs wie aus Eisen sein sollte, stark, unverbiegbar und von Beständigkeit. Der Armreifen erinnert den Sikh daran, die Anweisungen des zehnten Sikh Gurus und Gottes zu befolgen und in ewiger Verbundenheit zu Waheguru zu sein und mit dieser Hand nichts Unrechtes zu tun.
  • Kirpan (ein kleiner Dolch) - Der Kirpan ist ein kurzer Dolch, der die Pflicht eines Sikhs symbolisiert, sich für die Notleidenden und Unterdrückten einzusetzen. Der Kirpan ist ein Symbol von Geduld und Barmherzigkeit. Der Kirpan steht synonym für die Zerstörung von Unwissenheit, Ignoranz, Unrecht und Unterdrückung. Seine Benutzung ist nur zum Schutze anderer und zur Selbstverteidigung erlaubt. Niemals aber zum Angriff.
  • Kachera (eine spezielle Unterhose) - Diese spezielle Unterhose gilt als Zeichen der ehelichen Treue und Kontrolle von Lust (Kaam).

  • Trinke Amrit, lebe für immer, erlange unbeschreibliche Freude, indem Du auf Gott meditierst.
    (SGGS, Ang 496)

Die 5 Glaubensartikel sind Ausdruck für die Verpflichtung zu den Sikh Prinzipien von Gottesliebe, Hingabe, Vertrauen in Guru und Gott (Shradda/Bhavana), Disziplin, Aufrechterhaltung der Rechtschaffenheit auf Erden, Ehre, Schutz, Gerechtigkeit und Menschenliebe. Der Khalsa Panth hat die Aufgabe, das Wertesystem der Sikh Religion für alle kommenden Zeiten zu schützen und aufrecht zu erhalten. Ausführliche Informationen über die 5 Glaubensartikel und den Khalsa Panth finden Sie in deutscher Sprache beim DISR: www.deutsches-informationszentrum-sikhreligion.de/KhalsaPanth_de.php

Gurudwara

Die Gebetsstätte der Sikhs - Gurudwara

Die Sikh Religion hat ihre eigene Gebetsstätte, sie sind als Gurudwara oder Gurdwara bekannt (Gurmukhi: Guru-duara). Der Gurudwara ist "Das Tor zu Guru - zu Gott". Die Gurudwaras in Indien und weltweit dienen als Gebets- und Gemeindezentren der Sikhs. Sie sind offen für jeden, ungeachtet der Herkunft, Geschlecht oder des Glaubens. Hier wird auch das Guru ka Langar, das freie Gemeinschaftsessen an alle verteilt, die daran teilnehmen möchten. Die zwei Merkmale eines Gurudwaras sind Pangat und Sangat. Sangat stellt die Sikh Gemeinde dar und Pangat, die öffentliche Gemeinschaftsküche. Das Guru ka Langar ist ein wichtiger Bestandteil der Sikh Religion, soziale Unterschiede werden hier transzendiert. Es ist ein Symbol der universellen Brüderlichkeit. Das Essen in einem Gurudwara ist rein vegetarisch und besteht aus Reis, Dal (Linsengericht), Gemüse, Roti (Fladenbrot) und Joghurt. Vor dem Betreten eines Gurudwaras wäscht sich der Besucher/in die Hände (optional die Füsse) und bedeckt sich den Kopf während des gesamten Besuchs mit einem Tuch oder Dastar (Turban). Zigaretten und andere Intoxikationen dürfen nicht mit in den Gurudwara gebracht werden. Im Sikhismus gibt es kein offizielles Priesteramt. Der Granthi, ist der zeremonielle Vorleser, Hüter und Beschützer des Siri Guru Granth Sahib in den Gurudwaras. Jeder Sikh, der den Siri Guru Granth Sahib lesen kann, hat die Möglichkeit den Gottesdienst zu leiten.


Ein Sikh wird im Rehat Maryada als eine Person beschrieben, die

  • an den Einen universellen omnipräsenten Schöpfergott glaubt,
  • an die zehn Sikh Gurus, von Satguru Nanak Dev bis Sri Guru Gobind Singh,
  • an die Heilige Schrift, den Siri Guru Granth Sahib, dem ewig-lebenden Guru der Sikhs glaubt und diesen als die höchste religiöse und spirituelle Autorität anerkennt,
  • an die Lehren, Schriften und Anweisungen der zehn Sikh Gurus glaubt und diesen folgt,
  • sowie an die Taufzeremonie (Khande di Pahul/Amrit Sanchar) in den Khalsa Panth, die vom zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh, an Vaisakhi 1699 initiiert wurde.

Sikh Empire 1839 Sikh Empire 1839 - unter Maharaj Ranjit Singh
Nihang Singh Nihang Singh

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